Grande interview de Bernard-Henri Lévy à la Frankfurter Allgemeine Zeitung (« Reformen reichen nicht aus, um Europa zu retten » , propos recueillis par Nils Minkmar, le 20 novembre 2012)

FAZ.NETSeit seinem Amtsantritt hat François Hollande noch keine große außenpolitische Initiative gestartet. Kritiker sagen, Frankreichs Stimme sei kaum noch zu hören.
Das sehe ich nicht so. Zweifellos muss man Hollande die nötige Zeit lassen, sich zu orientieren. Er ist ein ausgesprochen redlicher Mensch. Mir scheint, er äußert sich erst, wenn er die Dinge sorgfältig analysiert, Akten studiert und die Folgen bedacht hat. Es ist allerdings wahr, langsam hat man das Gefühl, dass er sich recht viel Zeit nimmt…

Wie würden Sie die stilistischen Unterschiede zwischen ihm und seinem Amtsvorgänger Nicolas Sarkozy beschreiben ?
Die beiden sind in ihrem Temperament vollkommen gegensätzlich. Es gibt Details, die nicht trügen. Zum Beispiel die Salonecke im großen Arbeitszimmer des Präsidenten. Dort stand ein ziemlich majestätisches Sofa, das noch von Giscard und Mitterrand stammte, auch unter Chirac und Sarkozy dort blieb und eine physische Distanz zwischen dem Präsidenten und seinen Besuchern schuf. Hollande hat es entfernen lassen. An seiner Stelle stehen dort nun völlig gleichartige Bürosessel. Jetzt ähnelt das Arbeitszimmer dem von Schröder in Bonn – prosaisch, banal, eher wie ein Konferenz- oder Beratungsraum.

Dort wird er dieser Tage ja vor allem ein Thema zu besprechen haben, den Euro. Wie geht es Ihrer Meinung nach weiter ?
Der Euro ist zum Untergang verdammt, wenn das politische Europa sich nicht zusammennimmt. In dieser Frage hat Merkel gegen Hollande recht. Entweder Europa erfindet die politischen Institutionen, die eine gemeinsame Währung möglich machen, oder die gemeinsame Währung wird sterben.

Warum ?
Gemeinsame Währungen haben funktioniert, wenn man sich bemühte, die politische Praxis zu vereinheitlichen, auf die sie sich stützen. Sehen Sie sich dagegen die Bemühungen um eine lateinische Münzunion oder um eine gemeinsame skandinavische Währung an. Sie waren interessant. Sie waren auch nicht so viel schlechter durchdacht als die Mark, die Lira oder heute der Euro. Aber sie zerschellten letztlich an der Mauer der nationalen Unterschiede.

Welche politische Praxis wäre in unserer Lage die beste? Eine europäische Föderation ?
Man müsste sich die Geschichte des amerikanischen Dollars einmal genauer ansehen. Mehr als ein Jahrhundert lang stand er auf des Messers Schneide. Mehr als ein Jahrhundert lang gab es immer wieder Augenblicke, da schien er lokalen Währungen weichen zu müssen. Erst dank des Bürgerkriegs und der gewaltsam herbeigeführten politischen Vereinigung und dann auch tatsächlich dank des Triumphs des Föderalismus konnte er sich durchsetzen. Das eherne Gesetz lautet: Eine gemeinsame Währung bedarf eines Minimums an Gemeinsamkeiten in der Haushalts- und Finanzpolitik und in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Sonst…

Geschieht genau, was jetzt geschieht: Die Märkte bestimmen den Gang der Dinge. Schockiert Sie das ?
Ja und nein. Natürlich müssen die Märkte reformiert werden. Natürlich muss man ihnen Regeln auferlegen. Die Erfindung eines weniger irren, weniger deregulierten, maßvolleren Kapitalismusmodells gehört sogar zu den großen Baustellen für Merkels, Hollandes und Montis Europa. Denn klar ist: die Chinesen werden es nicht tun. Die Amerikaner auch nicht. Also werden wir Europäer es tun müssen. Und da sollten wir uns nicht täuschen, das ist eine Baustelle, die über den Finanzsektor hinausreicht und das erfordert, was Renan eine geistige und moralische Reform nannte. Aber müssen wir deshalb die Märkte verteufeln? Das wäre zu einfach. Die Märkte sagen sehr deutlich, was die Politiker nicht zu sagen und erst recht nicht zu tun wagen. Die „spreads“ werden erst dann wirklich interessant, wenn die politische Sprache sich als schwach, ängstlich und leer erweist.

Wenn man denen zuhört, könnte man glauben, dass der schlimmste Teil der Krise hinter uns liegt.
Täuschen Sie sich nicht! Die Beruhigung ist nur vorläufig. Sie hat ihre Ursache in der Tatsache, dass bei unseren Politikern – vor allem in Deutschland – der Wunsch wächst, Fortschritte in Richtung einer föderalen Vereinigung zu machen. Aber sie zögern noch, sie schieben die Dinge noch hinaus – und die Folgen werden schrecklich sein.

Sie klingen so apokalyptisch.
Ich hoffe, dass ich mich irre. Aber…Ist es nicht ein beängstigendes Zeichen, dass sich unter den Ländern, die am schlimmsten von der Krise betroffen sind, gerade jene – Griechenland, Italien – befinden, die einst die Wiege der europäischen Zivilisation waren?

Wie deuten Sie dieses Zeichen genau?
Dass es sich um eine fundamentale Krise handelt. Dass sie das Fundament des europäischen Seins berührt. Dass hier die tiefste Vergangenheit Europas in eine Krise geraten ist, sein Gedächtnis, all das, was seinen Sockel und Ursprung, seine Seele, seine Grammatik bildet. Und dann möchte ich noch etwas sagen. Ich weiß, dass manche in Deutschland und anderswo in der Versuchung stehen, jene Länder fallenzulassen, die man für die lahmen Enten Europas hält, also Griechenland und Italien. Wenn meine These zutrifft, ist das natürlich ein fataler Irrtum. Ich will nicht Unvergleichliches vergleichen. Aber Europa hätte beinahe – ich werde das nicht weiter ausführen – seine jüdischen Wurzeln abgeschnitten. Wenn es nun sein griechisches Fundament abstieße, wenn es sich von seinem römischen Erbe trennte, wenn es nicht alles Menschenmögliche dafür täte, dass diese beiden Teile seiner Identität und seines Seins in seinem Schoße bleiben, wäre Europa tot. Ein Europa ohne Griechenland und Italien, ein Europa, das sich seiner griechischen Herkunft und seiner römischen Quellen entledigte, wäre nicht mehr Europa.

Bliebe noch die deutsch-französische Beziehung …
Ich bin ein entschiedener Anhänger der deutsch-französischen Achse. Ich bin seit fast zwanzig Jahren Vorsitzender des Aufsichtsrats einer der schönsten Institutionen, die Franzosen und Deutsche gemeinsam geschaffen haben, nämlich des Fernsehsenders Arte – und ich bin sehr stolz darauf. Aber man sollte sich nichts vormachen. Europa ist nicht Deutschland und Frankreich. Europa, das sind die Juden, die Griechen und die Römer. Wenn man unter Europa ein bestimmtes demokratisches und staatsbürgerliches Modell versteht, einen Wissens- und Rechtsraum, eine bestimmte Art des geistigen Verkehrs der Menschen untereinander wie auch des Verkehrs der Waren und der Dinge; wenn man darunter jene einzigartige Verbindung zwischen den Formen des vielen und dem einzigartigen Namen des einen versteht, welche zum Erbe der Völker Europas gehört, dann kommt die Versuchung, Griechenland und Italien fallenzulassen, die Versuchung, sie zum Austritt aus der Eurozone zu bewegen, der Versuchung gleich, zuzulassen, dass Europa Selbstmord begeht.

Und wie lässt sich die Krise lösen ?
Es handelt sich, wie gesagt, um eine politische Krise. Oder sogar – das versuche ich Ihnen gerade zu sagen – um eine metapolitische Krise. Regierungen, die aus Technokraten bestehen – nun gut. Hohe Staatsbeamte, Experten, Mario Montis aller Art – einverstanden. Sparprogramme, „Stresstests“ für die Banken, staatliche Reformen, die mit Narreteien à la Berlusconi aufräumen – das ist offensichtlich sehr wichtig. Aber wenn es zutrifft, was ich eben gesagt habe, wenn es wirklich kein Zufall ist, dass Rom und Athen die beiden Namen dieser drohenden, über unseren Köpfen schwebenden Apokalypse sind, wenn hinter der Explosion der Staatsverschuldung, hinter der allgemeinen Vertrauenskrise, tatsächlich jener radikale Seinsentzug steht, dann werden alle diese Maßnahmen nicht ausreichen; keine dieser Amputationen wird Europa als Welt wiederherstellen; keine noch so entschlossene Reform wird die vorausgesagte Katastrophe verhindern. Europa entstand ein erstes Mal, als es im klassischen Athen an die Stelle der Sprüche von Orakeln und Wahrsagern das Wort des Bürgers und des Magistrats setzte. Es entstand ein zweites Mal in der Aufklärung, als es dafür sorgte, dass das Anathema der Vernunft, das Schisma des Glaubens und der Körper einem zur Nation gewordenen Bewusstsein wich. Nun ist es in ganz ähnlicher Weise nötig, dass diesen neuen Eingeweidebeschauern, den Agitatoren der Finanzmärkte oder den Agenten des Triple-A, die Weisheit neuer Archonten entgegentritt, die den besten Elementen des europäischen Erbes die Treue halten.

Ich bin nicht sicher, ob wir schon so weit sind.
Ich teile Ihre Zweifel, mehr noch: Ich habe den Eindruck, dass es um die Seele Europas, die wir so sehr brauchen, noch nie so schlecht bestellt war wie heute. Ich erinnere mich an die Zeit, als man auf den Straßen von Paris aus Solidarität mit einem jungen Studenten namens Dany Cohn-Bendit skandierte: „Wir alle sind deutsche Juden.“ Ich erinnere mich an die Zeit, als wir uns spontan mit den Dissidenten in Mittel- und Osteuropa, dem von Kundera so genannten gefesselten Europa, solidarisch fühlten. Etwas später fand sich eine kleine Internationale zusammen, ein Club freier Geister, der von Salman Rushdie bis Peter Schneider reichte und für jenes Europa des Geistes kämpfte, welches das unter Beschuss liegende Sarajevo verkörperte. Und wiederum einige Jahre später, als dieselben Leute sich in Wien gegen Haider versammelten. Davon sind wir heute weit entfernt. Wir sind dabei, uns von alledem zurückzuziehen. Die Seele Europas ist in Gefahr.

Solch eine psychische Gefährdung entsteht weder über Nacht noch wegen zu hoher Schulden. Wo sehen Sie die historische Ursache?
Vielleicht in Bosnien. Bosnien war ein Europa en miniature. Vielleicht hat Europa, als es sich abwandte und das kleine Bosnien sterben ließ, zugelassen, dass sein eigenes Idealbild, sein eigenes Ich-Ideal ermordet wurde. Ich weiß es nicht.

Ihr Freund Michel Houellebecq erklärt immer, die Zukunft Europas werde darin bestehen, als Vergnügungspark und Bordell für asiatische Touristen zu fungieren.
Houellebecq und ich haben gemeinsam ein Buch geschrieben. Und ich weiß, dass er so denkt. Ich natürlich nicht. Ich glaube das nicht, und noch weniger wünsche ich es mir…Es sei denn, wir lassen es zu. Es sei denn, wir retten nicht, was immer wir können, von dieser leidenden Seele Europas. Anderenfalls wird Houellebecq sich als guter Prophet erwiesen haben.

Die Fragen stellte Nils Minkmar.
Aus dem Französischen von Michael Bischoff.

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Les réformes ne suffisent pas à sauver l’Europe.

3626622270FAZ : On n’entend guère la voix de la France, en Europe.
Bernard-Henri Lévy : Je ne me rends pas compte. Sans doute faut-il laisser à Hollande le temps de prendre ses marques. Il y a beaucoup d’honnêteté chez  cet homme. Et il me semble qu’il attend, avant de se faire vraiment entendre, de prendre la mesure des choses, des dossiers, des enjeux. Cela dit, c’est vrai que l’on commence à trouver le temps long…

Il y a une différence de style entre lui et Sarkozy
Ça, oui, c’est sûr. Ce sont deux tempéraments complètement opposés. Il y a des détails qui ne trompent pas. Le coin salon, par exemple, du grand bureau présidentiel à l’Elysée. Il y avait un canapé, assez majestueux, qui datait de Giscard et Mitterrand, qui était resté sous Chirac, qui était encore là sous Sarkozy, et qui créait une distance physique entre le Président et ses visiteurs. Hollande l’a supprimé. Il a mis à la place des chaises de bureau toutes identiques. Et on dirait, maintenant, le bureau de Schroeder, autrefois, à Bonn – prosaïque, banal, très salle de réunion ou conseil d’administration.

Sur beaucoup de sujets, Hollande n’a pas de doctrine. C’est vrai pour le Mali, pour la Syrie, l’Europe…
Pour le Mali, vous êtes injuste. Ce qui peut donner ce sentiment c’est qu’il y a, sur ce genre de dossiers, deux tentations très différentes dans l’histoire de la gauche française. Il y a la pente antitotalitaire qui commande d’intervenir quand les droits de l’homme sont bafoués de manière insupportable et qu’il ne reste plus d’autre  solution. Et puis il y a la tradition anticolonialiste qui fait qu’on a toujours très peur que l’interventionnisme ressuscite les vieux réflexes coloniaux. Hollande, sur le Mali, compose avec les deux. Il se tient à égale distance de ce double scrupule. Mais c’est tout de même lui qui, s’il finit par y avoir intervention, sera à son origine.

Pensez-vous que vous auriez fait, sous Hollande, ce que vous avez fait, sous Sarkozy, en Libye ?
On ne sait jamais ce genre de choses. Le seul point dont je sois sûr c’est que Sarkozy a été bien dans cette séquence. Sens du geste politique. Esprit de décision. Belle volonté de porter haut les couleurs de la France et de l’Europe. Je ne sais pas ce que l’Histoire retiendra de son mandat. Mais, là, franchement, il a fait ce qu’aucun président d’aucun pays démocratique n’avait fait avant lui. Une guerre « gratuite ». Une guerre « juste ». Une guerre juste  pour les droits de l’homme…

Quel avenir voyez-vous à l’Euro ?
Condamné si l’Europe politique ne se fait pas. C’est Merkel, là-dessus, qui a raison contre Hollande. Ou bien l’Europe invente les institutions politiques rendant possible une monnaie commune. Ou bien la monnaie commune mourra.

Pourquoi ?
Parce qu’il y a une logique en politique. Et une histoire qui a ses lois. Les monnaies communes ont marché (le Mark après le Zollverein, la Lire de l’unité italienne, le Franc suisse) quand y a eu effort pour unifier les pratiques politiques auxquelles elles s’adossaient. A l’inverse, regardez les tentatives, à la même époque, d’Union monétaire latine ou scandinave : elles étaient intéressantes ; elles n’étaient pas tellement plus mal pensées que le mark, la lire ou aujourd’hui l’euro ; or elles ont fini par se fracasser sur le mur des différences nationales.

Donc une solution fédérale…
On devrait regarder de plus près l’histoire du dollar en Amérique. Pendant plus d’un siècle, il a été sur le fil du rasoir. Pendant plus d’un siècle, il y a eu des moments où l’on a pensé qu’il allait céder la place au Mark, à d’autres monnaies européennes, à des monnaies locales, etc. Et c’est la guerre de Sécession, puis l’unification politique au forceps, puis, en effet, le triomphe du fédéralisme, qui lui ont permis de s’imposer. Loi d’airain : pour qu’il y ait monnaie commune il faut un minimum de budget, de fiscalité, de comptabilité macroéconomiques communes. Sinon…

Vous n’êtes pas choqué que les marches dictent le cours des choses en Europe ?
Oui et non. Ce qu’il faut c’est réformer les marchés, bien sûr. Leur imposer des règles. Il y a même là, avec cette invention d’un modèle de capitalisme moins fou, moins dérégulé, plus mesuré, un grand chantier pour l’Europe de Merkel, d’Hollande et de Monti. Les Chinois ne le feront pas. Les Américains pas davantage. Donc c’est à nous de jouer. Et c’est un chantier qui, ne nous y trompons pas, va au-delà de la seule finance et implique ce que Renan appelait une réforme intellectuelle et morale. Mais faut-il, pour autant, tirer à vue sur « les » marchés ? Trop facile. Car les marchés, quand ils ne sont pas trop dingues, disent le vrai. Ils disent, plus exactement, ce que les politiques n’osent pas dire et encore moins faire. On ne s’intéresse jamais tant aux « Spreads » que quand la parole politique est défaillante, peureuse, vide.

Là, le gros de la crise semble derrière nous…
Ne vous y trompez pas. L’accalmie est provisoire. Elle est due au fait qu’on commence à sentir chez nos dirigeants, en particulier chez les Allemands, le désir d’avancer vers cette unification fédérale. Mais qu’ils hésitent, qu’ils atermoient encore – et les retours de bâton seront terribles. Autrefois on disait : socialisme ou barbarie. Aujourd’hui, il faut dire : Europe ou barbarie – Europe ou chaos, Europe ou violence, donc Europe ou barbarie…

Vous n’êtes pas un peu « apocalyptique » ?
J’espère me tromper. Mais en même temps… Est-ce qu’il n’y a pas un effrayant symbole dans le fait que, parmi les pays les plus touchés par la crise, il y ait ceux-là même – la Grèce, l’Italie – où la civilisation européenne est née ?

Un symbole disant quoi ?
Que la crise est fondamentale. Qu’elle touche au fondement même de l’être européen. Que ce qui est en crise c’est l’immémorial de l’Europe, sa mémoire, ce qui lui fait socle et origine, son âme, sa grammaire. Et puis je veux dire autre chose encore. Je sais qu’il y a eu, et qu’il y a, la tentation, en Allemagne et ailleurs, de laisser tomber ceux – Grèce donc, Italie – que l’’on voit comme les canards boiteux de l’Europe. Eh bien si ce que je vous dis est exact c’est évidemment une erreur fatale. Je ne vais pas comparer l’incomparable. Mais il s’en est fallu de peu (je ne vais pas vous faire un dessin !) que l’Europe s’ampute de sa racine juive. Qu’elle s’ampute de son assise grecque, qu’elle se sépare de sa part romaine, qu’elle ne fasse pas tout ce qui est humainement possible pour conserver dans son giron ces deux parts de son identité et de son être, et, de nouveau, elle est morte. Une Europe sans la Grèce et l’Italie, une Europe privée de sa souche grecque et de sa ressource romaine, ne serait plus l’Europe.

L’axe franco-allemand ne suffit pas ?
Je suis, plus que quiconque, attaché à l’axe franco-allemand. Je préside, depuis presque 20 ans, le Board d’une des plus belles institutions que Français et Allemands ont réussi à bâtir ensemble, à savoir la chaine de télévision Arte – et je suis très fier de cela. Mais, en même temps, il ne faut pas se raconter d’histoires. L’Europe ce n’est pas l’Allemagne et la France. L’Europe c’est les Juifs, les Grecs et les Romains. Si on entend par Europe un certain modèle démocratique et citoyen, un espace de savoir et de droit, un type de commerce des esprits autant que des marchandises et des choses, si on met, sous le mot Europe, ce qui fait boussole et compas pour les habitants du continent, si on y met cette distinction très spéciale entre la loi et le droit, ou entre l’homme et le citoyen, si on y met cette articulation unique des formes du Multiple et du nom unique de l’Un qui est l’apanage des peuples d’Europe, alors je vous répète que la tentation de lâcher la Grèce et l’Italie, la tentation de les laisser sortir de la zone Euro, est une tentation suicidaire pour l’Europe.

Et donc la solution à la crise…?
Elle est politique, je vous l’ai dit. Ou même – c’est ce que je suis, là, en train de vous dire –  métapolitique. Des gouvernements de technocrates, c’est bien. Des grands commis, des experts, des Mario Monti, d‘accord. Des plans d’austérité et de rigueur, des « stress tests » pour les banques, des Etats réformés, rompant avec les clowneries berlusconiennes, c’est évidemment capital. Mais si ce que je raconte est vrai, si ce n’est réellement pas par hasard que Rome et Athènes sont les deux noms de cette apocalypse suspendue qui plane sur nos têtes, si, derrière l’explosion de la dette souveraine, derrière la crise de confiance généralisée, derrière la spéculation, l’argent fou, l’irresponsabilité grandissante des acteurs du Système, etc, il y a bien ce désêtre radical, alors aucune de ces mesures ne suffira ; aucune de ces ligatures ne refigurera l’Europe comme monde ; aucune réforme, fût-elle souveraine, ne conjurera la catastrophe annoncée. L’Europe s’est établie, une première fois, en substituant au dire de l’auspice et du devin la parole du citoyen-magistrat. Elle s’est rétablie, une deuxième fois, en faisant que l’anathème le cède à la raison, le schisme de la foi et des corps à une conscience devenue nation. Eh bien de même, ici, il faudra qu’à ces nouveaux haruspices que sont les agitateurs des marchés financiers ou les agents du triple A, s’oppose la sagesse d’archontes fidèles au meilleur de l’héritage européen – mais nouveaux.

Et l’Europe y est prête, selon vous ?
Pas sûr. Car cette âme de l’Europe dont on a tant besoin, j’ai l’impression qu’elle ne s’est jamais si mal portée qu’aujourd’hui. Je me souviens de l’époque où, dans les rues de Paris, en solidarité avec un jeune étudiant qui s’appelait Dany Cohn-Bendit, on scandait « nous sommes tous des juifs allemands ». Je me souviens de l’époque où nous nous sentions spontanément solidaires des dissidents de l’Europe centrale et orientale, c’est-à-dire de ce que Kundera nommait l’Europe captive. Je me souviens, plus tard encore, de cette petite Internationale, de ce club des libres esprits, qui allait de Salman Rushdie à Peter Schneider et qui se battait pour cette Europe de l’esprit qu’incarnait Sarajevo bombardée. Et puis encore, quelques années plus tard, les mêmes se retrouvant, à Vienne, contre Haider. Eh bien, on est loin de ça ! On est en retrait par rapport à tout ça ! L’âme de l’Europe est en péril.

Pourquoi, à votre avis ?
Peut-être la Bosnie, justement. Elle était, la Bosnie, une Europe en miniature. Et peut-être l’Europe a-t-elle, en se détournant, en laissant agoniser la petite Bosnie mourir, laissé faire le meurtre de son image idéale, laissé assassiner son propre idéal du moi. Je ne sais pas.

Pensez-vous, comme Houellebecq, que l’avenir de l’Europe est de devenir un bordel pour touristes asiatiques ?
Nous avons, Houellebecq et moi, écrit un livre ensemble. Et je sais qu’il pense cela. Moi pas, naturellement. Je ne pense pas cela et je le souhaite encore moins. Sauf…. Oui, sauf si nous laissons faire. Sauf si nous ne sauvons pas ce qui peut l’être de cette âme de l’Europe en souffrance. Houellebecq, alors, aura été bon prophète.

Propos recueillis par Nils Minkmar


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